Ratgeber Wärmepumpe
Luft-Wasser oder Erdsonde: Welche Wärmepumpe passt?Der Vergleich für Ihr Haus.
Die Erdsonde ist effizienter und leiser, die Luft-Wasser-Wärmepumpe günstiger und einfacher zu bewilligen. Hier sehen Sie, was bei welchem Haus den Ausschlag gibt.
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Ratgeber · Stand Oktober 2026
Luft-Wasser und Erdsonde im Vergleich
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist in der Schweiz die häufigste Wahl, weil sie günstiger und einfacher zu bewilligen ist. Die Erdsonde arbeitet im Winter effizienter, ist leiser und kostet mehr. Welche besser passt, entscheiden Grundstück, Heizsystem, Wärmebedarf und Budget. Hier der Vergleich in sieben Punkten.
Die beiden Systeme in Kürze
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Aussenluft Wärme. Sie braucht keine Bohrung, aber einen Platz für das Gerät oder den Verdampfer.
Die Erdsonden-Wärmepumpe holt die Wärme aus dem Untergrund. Ein geschlossener Rohrkreislauf reicht ins Erdreich. Dort bleibt die Temperatur das ganze Jahr annähernd konstant, auch wenn es draussen friert.
Vergleich auf einen Blick
| Luft-Wasser | Erdsonde | |
|---|---|---|
| Gesamtkosten im Einfamilienhaus (vor Förderung) | rund 30’000 bis 50’000 Franken | rund 45’000 bis 70’000 Franken |
| Jahresarbeitszahl im Betrieb | etwa 3 bis 3,5 | etwa 4 bis 5 |
| Effizienz im Winter | sinkt mit der Kälte | gleichmässig hoch |
| Aussengerät und Lärm | ja, Standort und Schall zählen | keines |
| Bewilligung | oft Meldeverfahren, kantonal verschieden | immer nötig, nicht überall möglich |
| Platzbedarf | Stellfläche für das Gerät | Zufahrt für das Bohrgerät |
| Einbau | meist wenige Tage | Bohrung plus Einbau, Bewilligung vorher |
Die Beträge sind Bandbreiten, keine Preise. Ihre Offerte ist verbindlich.
Kosten: Wo der Unterschied entsteht
Der Mehrpreis der Erdsonde kommt fast ganz von der Bohrung. Sie kostet je nach Tiefe und Untergrund oft 10’000 bis 25’000 Franken. Hartes Gestein bohrt sich langsamer als Lockergestein, und enge Zufahrten verteuern die Arbeit. Bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe fallen dafür Fundament, Leitungen und gegebenenfalls Schallschutz an.
Unabhängig vom System kommen bei einem Heizungsersatz Rückbau von Kessel und Öltank, Elektroanlage, Warmwasserspeicher und eventuell einzelne Heizkörper dazu. Was dazugehört, lesen Sie im Ratgeber Wärmepumpe Kosten.
Effizienz und Betriebskosten
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) sagt, wie viel Wärme das Gerät pro kWh Strom liefert. Mit Luft-Wasser sind es im Betrieb meist 3 bis 3,5, mit Erdsonde 4 bis 5. Der Strombedarf ist der Wärmebedarf geteilt durch die JAZ.
Rechenbeispiel (Annahmen, kein Angebot): Ein Haus braucht 20’000 kWh Wärme pro Jahr.
- Luft-Wasser mit JAZ 3,5: 20’000 / 3,5 = rund 5’700 kWh Strom.
- Erdsonde mit JAZ 4,5: 20’000 / 4,5 = rund 4’400 kWh Strom.
- Differenz: rund 1’300 kWh pro Jahr.
- Bei 27,7 Rappen pro kWh ohne MWST (Median Haushalt 2026, ElCom) sind das rund 360 Franken pro Jahr.
Die Erdsonde spart in diesem Beispiel etwa 360 Franken Strom pro Jahr. Der Mehrpreis von einigen 10’000 Franken ist damit über die Stromkosten allein nur in sehr langer Zeit zurückverdient, wenn überhaupt. Die Rechnung kippt zugunsten der Erdsonde, wenn der Wärmebedarf hoch ist, etwa im grossen Altbau oder im Mehrfamilienhaus, oder wenn die höhere Förderung den Unterschied verkleinert.
Bewilligung und Gewässerschutz
Erdsonden sind bewilligungspflichtig. Die Bohrung greift in den Untergrund und kann das Grundwasser gefährden. In Grundwasserschutzzonen sind Erdsonden meist verboten oder an Auflagen gebunden, und die Kantone führen Karten, die das zeigen. Im Kanton Zürich zeigt der Wärmenutzungsatlas die zulässigen Bereiche, das Gesuch geht über die Gemeinde an das AWEL (Quelle: zh.ch, Erdwärmesonden). Je nach Kanton dauert die Bewilligung Wochen bis Monate.
Für Luft-Wasser-Geräte genügt oft eine Meldung an die Gemeinde. Im Kanton Zürich gilt das für Geräte im Gebäude und für Aussengeräte bis 2 Kubikmeter. In Kernzonen und in Gebieten mit Ortsbild- oder Denkmalschutz braucht es eine Bewilligung (Quelle: zh.ch, Meldeverfahren). Was in Ihrem Kanton gilt, steht auf unseren Kantonsseiten, zum Beispiel für Zürich oder Schwyz.
Lärm und Platz
Bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe erzeugen Ventilator und Verdichter Schall. Beim Nachbarn gelten die Grenzwerte der Lärmschutz-Verordnung. Wir wählen ein leises Modell, einen Standort abseits von Schlafzimmerfenstern und erstellen den Lärmschutznachweis, wenn die Gemeinde ihn verlangt. Auf engen Parzellen kann das Schwierigkeiten machen.
Die Erdsonde hat kein Aussengerät, das Gerät steht im Heizraum. Dafür braucht die Baustelle Platz: Das Bohrgerät braucht eine Zufahrt und eine Standfläche, und das Gelände ist einige Tage nicht nutzbar. Eine Sonde ist meist in ein bis zwei Tagen gebohrt.
Förderung
Beide Systeme werden gefördert, in der Regel über das kantonale Gebäudeprogramm, und das Gesuch muss in vielen Kantonen vor Baubeginn eingereicht werden. Die Erdsonde erhält in manchen Kantonen mehr. Im Kanton Zürich sind es 2026 bis 15 kW thermischer Leistung 6’800 Franken für die Erdsonde und 2’900 Franken für Luft-Wasser (Quelle: Förderprogramm Energie 2026, Kanton Zürich). Andere Kantone regeln es anders. Alle Grundlagen finden Sie im Ratgeber Wärmepumpe Förderung.
Wann welches System?
Luft-Wasser passt meist, wenn:
- Sie eine günstigere Investition wollen.
- Ein Platz für das Gerät mit genug Abstand zum Nachbarn vorhanden ist.
- Die Bewilligung für eine Bohrung unsicher oder ausgeschlossen ist.
- Die Vorlauftemperatur nicht zu hoch ist.
Die Erdsonde lohnt sich eher, wenn:
- Der Wärmebedarf hoch ist, zum Beispiel im grossen Haus oder Mehrfamilienhaus.
- Der Altbau eine höhere Vorlauftemperatur braucht.
- Aussen kein Platz für ein Gerät ist oder der Lärm ein Thema ist.
- Sie langfristig planen: Die Sonde hält viele Jahrzehnte, die Wärmepumpe lässt sich später ohne neue Bohrung austauschen.
Bei vielen Häusern ist Luft-Wasser die wirtschaftlichere Lösung. Das sagen wir Ihnen offen, auch wenn die Erdsonde den höheren Auftrag bedeuten würde.
Die Vorlauftemperatur entscheidet mit
Beide Systeme arbeiten besser, wenn die Vorlauftemperatur der Heizung tief ist. Das ist die Temperatur, mit der das Heizungswasser in die Heizkörper fliesst. Eine Fussbodenheizung kommt mit etwa 30 bis 35 Grad aus, ältere Heizkörper brauchen oft mehr. Bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe wirkt sich eine hohe Vorlauftemperatur an kalten Tagen stärker aus, weil die Luft dann wenig Wärme liefert und das Gerät mehr Strom braucht. Die Erdsonde reagiert weniger empfindlich, weil die Quelle gleich warm bleibt.
Bei der Besichtigung messen wir, bei welcher Aussentemperatur Ihre Heizkörper welche Vorlauftemperatur brauchen. Oft lässt sie sich mit einzelnen grösseren Heizkörpern senken. Dann ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe auch im Altbau eine gute Lösung. Braucht Ihr Haus dauerhaft hohe Temperaturen, spricht das eher für die Erdsonde.
Kombination mit Solaranlage
Beide Systeme lassen sich mit einer Solaranlage betreiben. Die Erdsonde braucht im Winter weniger Strom, den das Dach ohnehin nicht liefert. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe braucht mehr, dafür ist die Anlage günstiger. Wie viel Heizstrom das Dach deckt, zeigt der Ratgeber Wärmepumpe mit Solaranlage.
Wir rechnen es für Ihr Haus aus
Welches System für Sie sinnvoll ist, entscheiden wir nicht am Schreibtisch. Wir kommen kostenlos zur Besichtigung, prüfen Heizung, Heizkörper, Grundstück und Elektroanlage, klären bei Erdsonden vorab den Gewässerschutz und rechnen beide Varianten durch. Sie erhalten innert 72 Stunden eine verbindliche Offerte mit Förderung und Betriebskosten, Planung bis Inbetriebnahme aus einer Hand.
Die kostenlose Besichtigung
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01Dach
Fläche, Ausrichtung, Neigung, Zustand der Eindeckung und Verschattung.
02Elektroanlage
Hausanschluss, Verteiler und Platz für Wechselrichter und Speicher.
03Ihr Verbrauch
Stromrechnung, Auto, Heizung, Pläne. Daraus rechnen wir Ertrag und Förderung.
So läuft Ihr Projekt
Anfrage
Sie schildern kurz Ihr Gebäude und Ihr Ziel. Online oder per Telefon.
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Ist die Besichtigung wirklich kostenlos?
Ja. Besichtigung und Offerte kosten Sie nichts und verpflichten Sie zu nichts. Sie entscheiden erst, wenn Sie die verbindliche Offerte in den Händen halten.
Was ist besser: Luft-Wasser- oder Erdsonden-Wärmepumpe?
Das hängt vom Haus ab. Die Erdsonde arbeitet effizienter und braucht kein Aussengerät, kostet aber mehr und ist bewilligungspflichtig. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist günstiger und schneller eingebaut. Wir rechnen beide Varianten für Ihr Haus durch.
Wie viel teurer ist eine Erdsonden-Wärmepumpe?
Als Richtwert im Einfamilienhaus 45'000 bis 70'000 Franken gegenüber 30'000 bis 50'000 Franken bei Luft-Wasser, jeweils vor Förderung. Die Bohrung macht oft 10'000 bis 25'000 Franken aus. Die Offerte ist verbindlich.
Welche Jahresarbeitszahl erreichen die beiden Systeme?
Luft-Wasser-Geräte erreichen im Betrieb meist 3 bis 3,5, Erdsonden-Geräte 4 bis 5. Je tiefer die Vorlauftemperatur der Heizung, desto höher fällt der Wert aus.
Ist auf meinem Grundstück eine Erdsonde zulässig?
Das entscheidet der Kanton nach den Vorgaben des Gewässerschutzes. In Grundwasserschutzzonen sind Bohrungen meist verboten oder an Auflagen gebunden. Wir prüfen Ihre Parzelle vor der Offerte.
Welche der beiden Wärmepumpen ist leiser?
Ja. Es gibt kein Aussengerät mit Ventilator, das Gerät steht im Heizraum. Bei Luft-Wasser-Geräten hängt der Lärm von Modell, Standort und Abstand zum Nachbarn ab. Wir rechnen den Pegel vorab nach.
Wird die Erdsonde stärker gefördert?
In vielen Kantonen ja. Im Kanton Zürich sind es 2026 bis 15 kW thermischer Leistung 6'800 Franken gegenüber 2'900 Franken bei Luft-Wasser. Andere Kantone regeln es anders, die Beträge stehen auf den Kantonsseiten.
In welchen Regionen sind Sie unterwegs?
In der ganzen Deutschschweiz. Am häufigsten bauen wir in den Kantonen Zürich, St. Gallen, Schwyz und Aargau. Unsere Standorte sind in Zumikon ZH und Lachen SZ.
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Luft-Wasser-Wärmepumpe und was dazu passt
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