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Ratgeber Ladestation

Bidirektionales Laden: Was geht in der Schweiz?Stand Oktober 2026.

Das Auto als Speicher fürs Haus oder fürs Netz ist technisch möglich, aber noch nicht für jedes Auto und jedes Haus. Hier steht, was heute belegt ist.

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Ratgeber · Stand Oktober 2026

Bidirektionale Wallbox: Rechtslage, Fahrzeuge, Kosten

Bidirektionales Laden bedeutet, dass das Auto Strom nicht nur aufnimmt, sondern auch wieder abgibt. Das Auto kann dann abends das Haus versorgen (Vehicle-to-Home, V2H) oder Strom ins Netz zurückspeisen (Vehicle-to-Grid, V2G). Die Idee ist gut: Eine Autobatterie ist oft grösser als jeder Hausspeicher.

In der Praxis ist die Lage in der Schweiz im Oktober 2026 so: Es ist erlaubt und technisch machbar, aber nur mit wenigen Kombinationen aus Auto und Wallbox, und noch nicht überall wirtschaftlich. Wir sagen Ihnen auf dieser Seite, was heute belegt ist und was noch offen ist. Versprechen machen wir keine.

Drei Begriffe

  • V2H (Vehicle-to-Home): Das Auto gibt Strom ans eigene Haus ab. Der Solarstrom vom Tag steht abends zur Verfügung.
  • V2G (Vehicle-to-Grid): Das Auto speist Strom ins Netz ein, zum Beispiel zur Stabilisierung.
  • V2L (Vehicle-to-Load): Das Auto versorgt direkt ein Gerät über eine Steckdose am Fahrzeug. Dafür braucht es keine Wallbox. Ob Ihr Auto das kann, steht in der Bedienungsanleitung.

Was heute erlaubt ist

Bidirektionales Laden ist in der Schweiz nicht verboten. Eine bidirektionale Ladestation gilt als Speicher mit Endverbrauch und muss beim Verteilnetzbetreiber über das technische Anschlussgesuch (TAG) angemeldet werden. Das reicht ein Elektroinstallateur mit Bewilligung ein. Seit 1. Januar 2022 ist dafür ein aktualisiertes Gesuch vorgesehen (Quelle: Swiss eMobility). Geräte mit mehr als 3,6 kW Leistung sind meldepflichtig.

Seit 1. Januar 2026 gilt zusätzlich: Wer Strom aus dem Netz in einen Speicher mit Endverbrauch lädt und später wieder einspeist, kann sich das Netznutzungsentgelt für die zurückgespeiste Menge vom Netzbetreiber erstatten lassen. Voraussetzung ist eine Messung, die Bezug und Rückspeisung getrennt erfasst. Rückerstattet wird höchstens die Menge, die vorher aus dem Netz bezogen wurde (Quelle: Swissolar, Energonia). Das gilt für stationäre Hausspeicher ebenso wie für bidirektionale Ladestationen.

Was dabei nicht geregelt ist: Der Netzbetreiber muss Solarstrom abnehmen, für Strom aus einer Batterie besteht aber keine Abnahmepflicht, ausser er braucht ihn zur Entlastung des Netzes (Quelle: Energeia, Dezember 2025). Wie viel Sie für zurückgespeisten Autostrom bekommen, vereinbaren Sie also mit dem Netzbetreiber.

Welche Autos es können

Die Fahrzeugfrage ist der engste Punkt:

  • CHAdeMO-Fahrzeuge wie der Nissan Leaf und der Honda e laden seit Jahren bidirektional. In Japan ist die Funktion seit 2013 Standard.
  • CCS-Fahrzeuge, also die meisten neuen Autos in der Schweiz, sind technisch teilweise vorbereitet. Ob die Funktion freigeschaltet ist, entscheidet der Hersteller, oft nur mit einer bestimmten Wallbox. Bei VW ID-Modellen etwa funktioniert es nur mit freigegebenen Ladestationen.
  • Wechselstrom-Lösungen (AC), bei denen die Wallbox einfach und günstig bleibt, sind in der Schweiz heute nicht oder nur selten freigegeben.

Anbieterübersichten nennen unter anderem Hyundai Ioniq 5 und 6, Kia EV6 und EV9, Renault 5, Skoda Enyaq, Volvo EX90 und VW-ID-Modelle als technisch vorbereitet. Die Listen unterscheiden sich, und nicht jede Funktion ist in der Schweiz freigegeben. Für Ihr Auto prüfen wir das mit Modell und Baujahr und holen die Bestätigung des Herstellers ein.

Norm und Kommunikation

Damit jedes Auto mit jeder Wallbox spricht, braucht es einen gemeinsamen Standard. Das ist die Norm ISO 15118-20. Sie regelt die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ladestation, auch für das Rückspeisen. Sie ist nicht verbindlich, und die Hersteller setzen sie noch nicht einheitlich um. Eine flächendeckende Umsetzung wird für die Jahre 2027 bis 2028 erwartet, bei gleichstrombasierten Lösungen frühestens 2028 (Quellen: Energeia, Mobility, Powernewz). Bis dahin müssen Auto und Wallbox ausdrücklich zusammenpassen.

Was die Pilotprojekte zeigten

Der grösste Versuch in der Schweiz hiess V2X Suisse (2021 bis 2024). Die Genossenschaft Mobility testete mit 50 bidirektionalen Honda e an rund 40 Standorten im Carsharing, unterstützt vom Bundesamt für Energie. Partner waren unter anderem Honda, EVTEC, sun2wheel und tiko.

Die Ergebnisse (Quellen: Mobility, electrive):

  • Die Technik funktioniert. Pro aktivem Fahrzeug wurden im Schnitt 5,5 kWh pro Tag bidirektional umgesetzt.
  • Die Fahrzeuge bildeten gemeinsam einen virtuellen Speicher, der die Anforderungen von Swissgrid an Regelenergie erfüllte.
  • Rechnerisch waren je Fahrzeug bis zu 2’000 Franken Flexibilitätserlös im Jahr möglich.
  • Ein Geschäftsmodell ergab sich damals nicht, vor allem wegen der hohen Gerätepreise. Mobility führte das Projekt nicht weiter.

Als Hürden nannte Mobility teure Ladestationen, wenige Fahrzeuge, Konditionen der Netzbetreiber und die noch fehlende einheitliche Norm.

Was es kostet

Einfache, für bidirektionales Laden vorbereitete Wechselstrom-Wallboxen sind teils ab etwa 1’000 Franken erhältlich. Vollwertige Gleichstrom-Ladestationen kosten je nach Angabe etwa 3’300 bis 8’000 Franken mit Installation, in älteren Berichten wurden auch rund 12’000 Franken genannt (Quellen: Powernewz, energie-experten.ch). Eine normale Ladestation kostet mit Montage rund 2’000 bis 5’500 Franken. Die Preise ändern sich schnell, darum nennen wir verbindliche Zahlen nur in der Offerte.

Eine einfache Rechnung für V2H

Die folgende Rechnung ist eine Obergrenze, kein Versprechen. Annahmen: Netzstrom 27,7 Rappen pro kWh, angenommener Rückliefertarif 8 Rappen, jährlich 3’000 kWh Solarstrom, die das Auto abends ans Haus abgibt statt ihn einzuspeisen.

  • Vorteil je kWh: 27,7 minus 8 Rappen, also 19,7 Rappen.
  • 3’000 kWh mal 0,197 = rund 590 Franken pro Jahr vor Abzug.

Davon gehen Verluste beim Laden und Entladen ab, dazu die Mehrkosten gegenüber einer normalen Wallbox und der zusätzliche Verschleiss der Autobatterie, den die Hersteller unterschiedlich bewerten. Ein stationärer Batteriespeicher erreicht in dieser Rechnung ähnliche Werte, hat aber keine Fahrzeugfrage. Wie Hausspeicher rechnen, steht im Ratgeber Was kostet ein Batteriespeicher?.

Was Sie heute bei einer Ladestation vorsehen können

Wer jetzt eine Wallbox einbaut, muss nicht auf bidirektionales Laden verzichten. Sinnvoll ist:

  • Eine Wallbox mit offener Schnittstelle, die sich später in ein Energiemanagement einbinden lässt.
  • Eine Zuleitung mit Reserve, damit eine spätere Wallbox ohne neues Kabel auskommt. Welche Leistung heute reicht, erklärt der Ratgeber Ladestation 11 kW oder 22 kW.
  • Eine Solaranlage, die den Strom liefert. Wie das Laden mit Überschuss heute funktioniert, steht im Ratgeber Ladestation mit Solaranlage.
  • Beim Autokauf die schriftliche Bestätigung des Herstellers, ob bidirektionales Laden mit Garantie freigegeben ist.

Auch in Mehrfamilienhäusern und Tiefgaragen gelten diese Punkte. Dort kommt die Abstimmung mit der Verwaltung dazu, siehe Ladeinfrastruktur in der Tiefgarage.

Wir rechnen es für Ihr Haus aus

Bei der kostenlosen Besichtigung klären wir, welches Auto Sie fahren oder kaufen wollen, wie Ihr Verteiler aussieht und ob eine bidirektionale Lösung heute für Sie in Frage kommt. Wenn nicht, bereiten wir die Installation so vor, dass der Umstieg später einfach bleibt. Innert 72 Stunden erhalten Sie eine verbindliche Offerte. Anmeldung beim Netzbetreiber und Montage mit eigenen Monteuren übernehmen wir aus einer Hand. Die Ladestation planen wir von Zumikon und Lachen aus für die ganze Deutschschweiz.

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Ja. Besichtigung und Offerte kosten Sie nichts und verpflichten Sie zu nichts. Sie entscheiden erst, wenn Sie die verbindliche Offerte in den Händen halten.

Ist bidirektionales Laden in der Schweiz erlaubt?

Ja. Es gibt kein Verbot. Jede bidirektionale Anlage muss aber beim Verteilnetzbetreiber mit dem technischen Anschlussgesuch angemeldet werden, und der Einbau erfolgt durch eine Elektrofachperson.

Welche Elektroautos können bidirektional laden?

Das hängt von Modell, Ladestecker und Software ab. Am längsten funktioniert es mit Fahrzeugen mit CHAdeMO-Stecker wie dem Nissan Leaf. Bei Fahrzeugen mit CCS-Stecker entscheidet der Hersteller, ob und mit welcher Wallbox es freigegeben ist. Fragen Sie vor dem Kauf schriftlich nach.

Verliere ich die Batteriegarantie?

Das legt der Hersteller fest. Manche geben eine Garantie nur für freigegebene Kombinationen aus Auto und Wallbox. Lassen Sie sich die Zusage schriftlich geben, bevor Sie investieren.

Lohnt sich eine bidirektionale Wallbox heute finanziell?

Der Pilotversuch V2X Suisse kam zum Schluss, dass sich ein Geschäftsmodell mit den damaligen Gerätepreisen nicht rechnete. Für das eigene Haus (V2H) kann die Rechnung besser aussehen. Das hängt von Gerät, Auto und Fahrprofil ab. Wir rechnen es mit Ihnen durch.

Bekomme ich für den ins Netz zurückgespeisten Autostrom eine Vergütung?

Das Netznutzungsentgelt wird für den zurückgespeisten Strom seit 2026 auf Antrag zurückerstattet, wenn die Messung stimmt. Eine Vergütung für den Strom selbst gibt es nicht automatisch. Der Netzbetreiber muss Strom aus Speichern nicht zwingend abnehmen.

Soll ich heute eine bidirektionale Wallbox kaufen?

Nur wenn Ihr Auto oder Ihr nächstes Auto es sicher kann. Sonst empfehlen wir eine Wallbox mit offener Schnittstelle und eine Zuleitung mit Reserve. So bleibt der Umbau später einfach.

In welchen Regionen sind Sie unterwegs?

In der ganzen Deutschschweiz. Am häufigsten bauen wir in den Kantonen Zürich, St. Gallen, Schwyz und Aargau. Unsere Standorte sind in Zumikon ZH und Lachen SZ.

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Zarko Mitrovic, Projektleiter Solar, auf einem Flachdach mit den Projektunterlagen.
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